Texte 2016

Die Gewinnerinnen und Gewinner

Sybille GRAFL

Sybille GraflSie hat sich richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft!

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Sie hat sich richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft!

Eines weiß ich noch, ich bin daheim auf die Welt gekommen und musste sofort mit der Rettung ins Spital.

Meine leibliche Mutter hat sich vielleicht schon während der Schwangerschaft Gedanken gemacht, wie es mit mir weiter gehen soll, wenn ich nachher auf die Welt komme.

Sie hat mich auf jeden Fall am leben gelassen und mir eine faire Chance gegeben. Sie machte sich sicher Sorgen wegen mir und wusste nicht, wie es mit mir und unserer Zukunft weitergehen sollte.

Arbeit, ein Kind haben, das wäre ihr vielleicht über den Kopf gewachsen.
Ich bin richtig froh. Sie hat sich richtig entschieden! Sie hat mir praktisch mein Leben geschenkt und ich habe es auch wollen.

Und meine Adoptiveltern, das sind schon meine Eltern, seit sie mich im Spital in Bludenz gesehen haben. Sie haben dafür gesorgt, dass ich am Leben bleibe und groß werde. Es war oft mühsam, wegen meiner Skoliose, den Operationen, die folgten und meiner vielen, großen Schmerzen, die ich nach wie vor immer mal wieder habe.

Aber wir haben es zusammen geschafft, ich habe alles und ich bin zufrieden!

Sie kümmern sich super um mich, sie sind einfach spitze, meine Mama und mein Papa, Anneliese und Josef. Gemeinsam sind wir ein unschlagbares Team.

Das hat schon begonnen, als sie mich jeden Tag im Spital zwei, drei, vier Stunden besucht haben, als ich noch im Brutkasten lag.

Als Baby war ich sehr schwach und konnte kaum Nahrung aufnehmen, höchstens vierzig oder fünfzig Gramm. Alle Stund hat Mama mich buddeln müssen, mehr habe ich nicht ai kriagt. Das war ganz schö mühsam, für Mama und für mi. Aber wir haben es geschafft, oder!?

Mit vier Jahren weiß ich noch, bin ich in den Kindergarten gegangen. Die Kindergartentante Auguste (Name geändert) hat mich nicht akzeptiert.

Schon beim Vorgespräch mit der Mama haben wir es gemerkt. Sie hat zu Mama gesagt, ich würde nicht in den Kindergarten passen und hat mich immer gleich weggeschuppst. Sie hat mich nicht mögen. Ich war wahrscheinlich ihr Opfer, weil ich behindert war. Und Melanie auch. Sie hat eine Erbkrankheit. Aber vor ihrem Papa hatte Auguste Angst, sagt
Melanie. Und vor meiner Mama hat sie dann später auch Spuntis gehabt. Die andere Kindergartentante, in meiner Gruppe, hat mich eher in Schutz genommen. Sie war so wie eine Mama zu uns. Ihr war es egal, ob mit Behinderung oder ohne, sie behandelte alle Kinder gleich und hat keinen Unterschied gemacht. Das nenne ich Inklusion oder Chancengleichheit.

Sie ist einmal hier auf meinem Arbeitsplatz, im Sprungbrett, gewesen und hat sich unser Keramikgeschirr angeschaut. Erst hatte ich ein komisches Gefühl, weil ich dachte, ist sie es, oder ist sie es nicht? Ich habe sie irgendwie gleich erkannt. Sie mich aber nicht. Darum habe ich sie auch nicht spontan angeredet, sondern erst mal abgewartet.Dann ist sie zu mir an den Tisch gekommen und hat sich angeschaut, wie ich Keramikgeschirr bemale und hat mit mir geredet. Auf einmal hat es ihr geschaltet, wer ich bin und hat mich gefragt, ob ich Sybille bin. Sie machte mir gleich ein Kompliment und sagte, dass ich super malen kann. Sie hat sich zu mir gesetzt. Dann sind wir ins Gespräch gekommen. Als sie gesagt hat, dass sie mich vom Kindergarten kennt und sich nicht vorstellen konnte, dass ich jemals so gut malen kann, habe ich mich gut gefühlt und mich gefreut, dass ich sie wieder mal gesehen habe.

Es hat auch Kinder gegeben, die haben nicht gerne mit mir gespielt, da kann ich mich noch gut dran erinnern. Die haben mich so eine Art wie ausgeschlossen. Melanie hat immer mit mir gespielt, wenn wir zusammen waren.

Als ich mal nicht mitspielen durfte, habe ich alle Puzzles vor lauter Wut mit einem Schlag auf den Boden geworfen. Dann haben sie blöd aus der „Wäsche“ geschaut. Die gute Kindergartentante, hat mich voll verteidigt und die anderen mussten alles aufheben. Aber sie haben mich immer noch nicht akzeptiert. Ob sie es heute täten, ich weiß es nicht. Außer Mona (Name geändert), die hat jetzt heute selber schon Kinder, kenne ich niemanden mehr. Aber heute redet sie mit mir. Ich erkenne die anderen nicht mal mehr auf dem Foto. I bin ja auch immer alleine im Eck gesessen und hab ein Nägelespiel gemacht.

Mit sechs Jahren bin ich dann endlich in die Volksschule gegangen. Dort habe ich Sascha kennengelernt. Er hatte auch Skoliose, genau wie ich. Komischerweise sind wir, ich glaube, ein Jahr danach auch zusammen in der Sonderschule in dieselbe Klasse gegangen.

Wir haben uns jeden Morgen im Schulhof getroffen und einen Mords Spaß gehabt. Endlich hatte ich einen Schulkollegen, mit dem ich spielen konnte. Er ist schon mehr gebeugt gegangen und ich glaube die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun. Jetzt wurden wir zu zweit gehänselt. Ihn haben die anderen Schulkollegen noch mehr gefuchst, als mich. Aber gemeinsam waren wir stark und er hat sich gewehrt. Ich habe mich eher zurückgezogen und er hat mich vor den anderen verteidigt.

Und Thomas, wir sind immer im Hasensprung vom Bus abgeholt worden, er hat mich auch beschützt.

Leider habe ich Sascha ganz aus den Augen verloren. Eigentlich schade. Oft frage ich mich, was ist aus ihm geworden, aber ich weiß es nicht. Vielleicht könnte ich mal nachforschen, denn Mama weiß auch nichts.

1991 wurde ich in Innsbruck in der Uniklinik, das erste Mal operiert. Danach bin ich ins SPZ Bludenz in die S-Klassen gegangen. Hier war es lustiger und nicht so hektisch wie in der Sonderschule. Und vor allem hatte ich nicht so einen Leistungsdruck. Nach der OP war ich am Anfang noch müde und musste immer mal wieder Blut abnehmen lassen und jeden Tag Medikamente nehmen.

Hier im Sonderpädagogischen Zentrum hatte ich gute Schulkollegen und Melanie, wieder troffen, die ich schon vom Kindergarten gekannt habe. Wir haben erst nicht glauben können, dass wir uns auch hier wieder sehen. Bis Ende unserer Schulzeit waren wir Freundinnen. Den Kontakthaben wir nie abgebrochen und jetzt sind wir seit vielen Jahren gute Arbeitskolleginnen.

Ach ja, und meine Arbeit im Sprungbrett Lädele der Caritas Werkstätte Bludenz, ist mir sehr wertvoll und wichtig. Es ist mir jeden Tag ein Anliegen, dass ich schaffen gehen kann. Viele Leute wären froh, sie hätten eine Arbeit. Und ich darf hier Keramikund Glasgeschirr bemalen, in die Apotheke und in die Stadt einkaufen gehen, also fast meinem Hobby nachgehen und werde von vielen Kunden bewundert.

Und lesen, moderieren, Texte diktieren kann ich hier auch noch und schnattern, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Hier bei der Arbeit bin ich auf jeden Fall selbständig und mutig. Da traue ich mir auch viel mehr zu als daheim. Doch langsam ziehe ich dort nach.

Jetzt gehe ich daheim allein in den Keller mülltrennen, Klopapier holen, im Zimmer abstauben, saugen, Fenster putzen, abwaschen und abtrocknen und langsam immer mehr Schuhe putzen. Manchmal koche ich Wurstnudeln, mach mir eine Päcklesuppe oder wärme mir vom Mittagessen etwas auf. Und das ist ein gutes Gefühl. Ich fühle mich frei, mutig und stark.

Als Kind fühlte ich mich ängstlich und jetzt, wo ich erwachsen bin, zeige ich keine Schwäche mehr und rede frei raus, was mir nicht passt. Wenn ich jetzt in den Kindergarten ginge, würde ich mich nicht mehr unterkriegen lassen, jetzt würde ich mich wehren!

Da wäre ich heute ganz anders. Ich würde ihnen zeigen, was ich kann. Vor allem die Angst, dass mich jemand verletzen oder angreifen könnte, kann ich heute loslassen. Jetzt bin ich spritziger, mutiger, flinker und vor allem, ich lass mich nicht mehr unterkriegen.

Kurzbiografie

Sybille Grafl ist am 4. Dezember 1978 in Nenzing/Vorarlberg geboren und lebt seit 1979 in Bludenz bei ihren Adoptiveltern Anneliese und Josef Grafl. Seit Oktober ’96 ist sie in der Werkstätte Bludenz der Caritas Vorarlberg beschäftigt. Im Jänner 1999 wurde in der Innenstadt von Bludenz „das Sprungbrett“ eröffnet, in dem sie von Anfang an mitarbeitete.

Laudatio

Laudatio für Sybille Grafl

Laudatio von Eva Jancak für Sybille Grafl
© Teresa Novotny

von Eva Jancak

Sie hat sich richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft – ein Lebensbericht

Die 1978 in Nenzing geborene Sybille Grafl hat es nicht leicht gehabt in ihrem Leben.

War sich ihre Mutter doch nicht sicher, ob sie Kind, Arbeit und alles andere schaffen könne und hat sich deshalb dafür entschieden, sie zur Adoption freizugeben.

„Sie hat sich richtig entschieden! Ich bin richtig froh! Sie hat mir praktisch mein Leben geschenkt und ich habe es auch so wollen!“, schreibt die Erwachsene heute, die seit 1996 im „Sprungbrett Lädle“ der Caritas Vorarlberg in Bludenz tätig ist und dort, wie sie weiter schreibt, sehr viel Freunde am Bemalen von Keramik- und Glasgeschirr hat, wofür sie von den Kunden auch sehr bewundert wird.

So ist die kleine Sybille zu Anneliese und Josef Grafl, ihren Adoptiveltern gekommen, die „sich super, um sie kümmerten“ und gemeinsam mit ihr ein „unschlagbares Team“ darstellen.

Denn sie hatte es, wie schon erwähnt, nicht leicht gehabt, war sie doch, als Baby sehr schwach, mußte im Brutkasten liegen und konnte kaum Nahrung aufnehmen.

So daß die Mutter ganz schön „buddeln“ mußte, bis Sybille so stark wurde, daß sie den Kindergarten besuchen konnte.

Mit vier Jahren ist das gewesen und das war für Sybille Grafl, die seit dem dritten Lebensjahr an einer Skoliose leidet, eine so unangenehme Erfahrung, an die sie noch heute denken muß und die auch der Grund dafür war, daß sie diesen Text diktierte, der uns Jurymitglieder sehr beeindruckt hat.

In sehr eindringlichen Worten beschreibt Sybille Grafl die Ausgrenzung und Mobbingerfahrung, die sie dort durch eine Erzieherin erlebte und bis heute nicht vergessen hat.

„Es hat mich immer wieder beschäftigt, wie gemein man mich behandelt hat!“, schreibt sie offen.

„Ich wünsche keinem behinderten Kind, daß es ihm so ergeht, wie mir! Darum möchte ich, daß viele Menschen meinen Text lesen!“

Sehr eindringlich und genau wird hier aufgezeigt, wie sich Ausgrenzung auswirken kann, aber auch, wie sich alles verändert, wenn ein „unschlagbares Team“ dazu da ist, schwierige Situationen zu meistern!

Als Kindergartenkind, konnte sich Sybille Grafl, wie sie schreibt, nicht wehren!

Da fühlte sich ängstlich und brauchte andere, den Vater, der Freundin und die Mutter, vor denen die Kindergärtnerin „Spuntis“ hatte.

Heute aber, wo sie erwachsen und selbständig ist, wo sie ihren Hobbies nachgehen, lesen, moderieren, Texte diktieren und vor allem „schnattern“, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, kann, zeigt sie keine Schwäche mehr, sondern redet oder schreibt frei heraus, was ihr nicht passt!

„Wenn ich jetzt in den Kindergarten ginge, würde ich mich nicht mehr unterkriegen lassen, jetzt würde ich mich wehren! Ich würde ihnen zeigen, was ich kann! Jetzt bin ich spritziger, mutiger, flinker!“, diktiert Sybille Grafl ihre Gefühle und ihren Mut zur Veränderung und kann so auch anderen, die vielleicht noch nicht so weit sind, ein Beispiel sein!

Sie zeigt aber auch sehr nachdrücklich auf, was man mit unbedachten Worten, Taten, Handlungen anrichten kann!

„Gemeinsam haben wir es geschafft, ich habe alles und bin zufrieden“, schreibt Sybille Grafl in ihrem starken Text, dem man nur viele viele Leser wünschen kann und so gratuliere ich der Ohrenschmaus-Preisträgerin von 2016, die sich, glaube ich, auch schon an den früheren Wettbewerben beteiligt hat, sehr und freue mich auf weitere mutige Texte, die die Erfahrungen zeigen, die man im Beruf, Schule, Kindergarten, etcetera machen kann und sehr eindringlich demonstrieren, daß auch Menschen mit sogenannten Behinderungen, Gefühle haben über die sie nachdenken, zu sprechen und zu schreiben wissen!

Auszug aus der Jurybegründung

„In sehr eindringlichen Worten beschreibt Sybille Grafl, die Ausgrenzungen und Mobbingerfahrungen, die man als sogenanntes „behindertes Kind“ in Kindergarten und Schule erleben kann. Sie zeigt aber auch, dass man mit Mut und Kraft und vor allem mit Hilfe anderer über diese Erfahrungen hinweg kommen, stark, mutig und selbstbewusst werden kann!““ – Jurymitglied Eva Jancak

Viktor NOWORSKI

A brennhassa Summa

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A brennhassa Summa

Då is amåy aus da Shtådmittn ana kumma mit an Auto und woytat uns Autos fakaufn. Wauns photovoltaishe, – åyso net – raukade! – gwesn warn, häd ma a pår kauft; weu a HOOD håbms! (Dees Word „HOOD“ hoast sowoy „Kaputsn“ åys
„Motorhaubm“!) Åwa de wårn leida Fabrenungsmotortshäsna, åyso raukad und daher
TREYFE (des hoast is Gegnteu fun kosher), åyso mir habms net kauft.

Nachdem ar mit fashidane Shmantses mit Lakritsn Leit angshtrudlt håt und niks åys Pshistara kriagt håt, håt ar sei Auto shteelåssn am Wåydraund. De Autotür wår offen. Und er håt graukt und daun sein Tshikk weggagshmissn. In an Tsuastaund tswishn bluntsnfätt und toteu in Ö, is dees Nudlaug, dees Gshpritste, eigshlåfn. Då san a SAPSUCKER und a SQUIRREL und a CHIPMUNK und a SKUNK (dees san neigirige Ficha) ausn Wayd in sei Auto greut. Da Wind hat de Autotir tsuagshmissn und de eigshpirtn Ficha håbm des Auto ruinirt und sei Tshikk håt Feia farursåcht. Da Wåyd håt brent. Då håt mei Urgrosfåtta gsågt, dass mir derfm den Shtådmenshn neet låssn shterbm in sein eigan Feia, weu sunst sågt wer, dass mir hädn eam umbråcht. Åyso håt mei Urgrosfåtta tsaat den Fremdn ausn Feia und mir Aundan håbm gläsht dees Feia. Der aubrende Fremde håt gsäng, dass mir håbm
Mishkulturgärtn und dass mir essn Tunfish und er håt gsågt, dass er wü nimma Autohandla sei, åwa er håt yets tswa neiche Business-Ideen. Mir dåmåys håbm no neet gwust, wås mant er.

Sobåyd es wår wida moglich, mei Urgrosfåtta håt uns tsuagshaut, wiama neiche Bamerln håbm eigsetst in Plåts fun de åbrendn Bam. Und nåcha håbm mir miassn unsa Religionstseig autsiang, dass mei Urgrosfåtta håt kena shprechn den Seng iwa uns und iwa de Bamerln: dees wår urwichtig fir mein Urgrosfåtta!Åwa der Shtådmensh, der wås håt farursåcht den Wåydbraund håt si iwahaupt neet gshert um den Wåyd! Mir håbm den Kwadratwappla ni mer gsäng.

Yåre shpeda is sei Frau kumma auf an Motorradl, dees war no shtingada åys sei Auto. Si håt a Murtsgseres gmåcht, weu ir Man is gshturbm, weu mei Urgrosfåtta häd irn Man fahäksd, håts gsågt. Si håt desweng a Göld woyn fun mein Urgrosfåtta. Mei Urgrosfåtta håt ir neet amåy an antsichn PENNY gebm. Si håt gsågt, dass sie wird shprechn mit irn Rechtsawwåyd und mei Urgrosfåtta wird ins Hefn kumma. Mei Urgrosfåtta håt gsågt, dass am Göld is gshribm „IN GOD WE TRUST“ und der Herrgott wird de Kashe erledign. („In God we trust“ is wirklich gshribm am Göld und haast „In Gott mir fertraun“)

Dånn håbma erfårn wås der Shtådmau håt gmant mit seine Business-Ideen: Tseasht håt ar tsaumen tsaumgmisht, wås NEET tsaumgmisht ghern; drum is sei Gärtn NIKS worn. Dees HÄDN mir eam GLEI sång kena,- waun ar uns gfrågd häd! – , weu dass ma soy NEET mishn, wås neet gmishd GHERD, is gshribn in drittn Buach Moses und WÅS ma soy KOMBINIRN, tsum Beishpü Kaffoy mit Tsölla oda Gurkn mit Kölch, is gshribm in aundare Biacha. Mishkultur is NEET IRGENDA Mishmåsh, sundan a KULTUR!

Daun hat ar si erinat, dass mir essn Tunfish und er håt desweng glaubt, dass ma kuntat ållas esssn wås in Wåssa is und er håt gfangnt Fresh aus an Wåssa in ana aumdan Gegend und er håt fakauft de Fresh aun Restaurants wo Leit san, de wås essn Frosh-Shenkln und tsåyn dafir fü mer Göld åys für Fish. Er håt ser fü Göld kassirt. Åwa auf amåy is ar MAROD und daun tod wurn. Sei Frau håt neet gwusst, wås wår da Grund fir sei Marodheid und sein Tod. Mir aa neet.

Mir håbm ir nur sång kena, dass in drittn Buach Moses is gshribm, dass ma Fresh neet essn derf, weu Fresh san neet kosher. Und sowoy in drittn Buach Moses åys aa in aundare Religionsbiacha is gshribm, dass ma muas aufpassn, dass ma de Bamneet ausrott! Aussadem håt ir mei Urgrosfåtta gsågt, dass da WILLIAM PENN „WOULD BE FED UP QUITE A WHOLE LOT“ (dees haast „wurat angfressn sei echt urfü“) iwa de Frau und irn Man, waun da WILLIAM PENN wissat, dass a Wayd braund is gshäng durch an Tshikk fun an Man, der wås si håt iwahaupt neet gshert um den Wayd und sei Frau dahofft si aussadem an Reybach!

(Da WILLIAM PENN is da Gründer fun PENNSYLVANIA, dees haast „Wåydlaund fun
PENN“) De gerichtliche Untasuachung håt daun ergem, dass de Ursåch, wårum der Fakeifa is gshturbm, wår Malaria. Und mei Urgrosfåtta is freigshprochn wurn und håt no tswa Monat glebt.

Kurzbiografie

I bin geboren am 2.April 1940 in an Reservat einer Langhaar-Etnie in
Pennsylvania. Typisch fir mei Etnie is, dass mir san a musikalische Etnie,
bekannt für Saiteninstumenter shpün und singa. I shpü merare
Saiteninstumenter. Und unser Ethno-Kuchl war aa launge Tseit bekannt,
befor der Christoforo Colombo is kumma. Mir essn oft Fish und Paradeiser
und Fegln und Obst. Mir habn in Pennsylvania Fish gfaungt ausn Fluss. Mir
alle lernan schwimma ays 4-yerige Kinda. Turistn oft habn uns a Göld
gebm, um uns tsu fotografirn mit Federn am Kopf. Bevor der Kuglshreiber
is erfundn woan, mir habn gshribm mit Federn fun Fegln was mir habn
sölwa gfaungt.
Viktor Noworski: kaun schreiben, malen, tseichnen, singen, merare
Saiteninstrumenter shpün, komponirn.

Laudatio

Laudatio von Ludwig Laher für Viktor NOWORSKI
© Teresa Novotny

Laudatio für Viktor Noworski
von Ludwig Laher

Die Prosa, mit der sich Viktor Noworski beim Ohrenschmaus einstellte, hat wahrhaftig nichts ihresgleichen in meiner breiten Leserfahrung. Da macht ein Ich-Erzähler in ausgeprägtem österreichischem Dialekt eine Geschichte über jemanden auf, der aufs Land kommt, um dort Autos zu verkaufen. Aber halt: Das österreichische Idiom ist durchgängig und in sich konsistent derart fremdartig transkribiert, dass man sich zunächst die Augen reibt. Und während sich die Handlung schnell und höchst überraschend entwickelt, traut man als Leser seinen Augen, die man sich gerade noch gerieben hat, ebenso schnell überhaupt nicht mehr: Da mischt sich eine Syntax ein, die man aus dem Jiddischen kennt, und sie wird auch von jiddischen Begriffen flankiert, während eindeutig der Neuen Welt, also Amerika zugehöriges Säugegetier vom Eich- über das Backenhörnchen bis zum Stinktier, aber auch der Gelbbauch-Saftlecker, ein in den USA beheimateter Specht auftreten, benannt konsequent in englischer Sprache sowie mit Großbuchstaben.
Den im Wald in seinem Auto eingeschlafenen blunzenfetten erfolglosen Autotandler bringt sein Tschick fast um, der den Wagen, in welchem sich auch das neugierige Getier befindet, in Vollbrand steckt. Da tritt der Urgroßvater des Ich-Erzählers auf den Plan, löscht den beginenden Waldbrand und rettet den Angebrannten aus seiner Tschäsen, aber anscheinend nur, damit niemand sagen kann, die Familie habe ihn umgebracht. Der Angebrannte will ab sofort nicht mehr Autohändler sein und als neues Business auf Mischkulturgärten umsatteln, die er bei seinem Lebensretter sieht.
Wo zum Kuckuck sind wir? Gar in den auf Urösterreichisch mit ostjüdischen Einsprengseln vorgestellten Vereinigten Staaten? Jedenfalls spielt der mosaische Glaube eine große Rolle in der Sippschaft des mit einem ordentlichen Spruch bewaffneten Ich-Erzählers. Er selbst hält dazu freilich eindeutig Distanz, ohne sich aber dagegen aufzulehnen. Eher lakonisch als abschätzig spricht er denn auch von Religionszeug, Zeug übrigens mit t wie Theodor, s wie Siegfried, e wie Emil, i wie Ida, g wie Gustav: tseig.
An dieser Stelle steige ich unhaltlich einmal aus, Sie werden das weitere Geschehen ohnehin beim Vortrag von ‚A brennhassa Summa‘ brühwarm mitbekommen. Jedenfalls häufen sich die Indizien, dass man mit den USA nicht so falschliegt und dass man in eine naturverbundene, gegen Ende auf William Penn bezogene Religionsgemeinschaft geraten ist. Der Urgroßvater sattelt geegn Schluss ganz auf Englisch um, als er mutmaßt, der Gründer Pennsylvanias (Woydlaund für Penn) WOULD BE FED UP QUITE A WHOLE LOT über den Waldbrand. Die Übersetzung wird mitgeliefert.
Viktor Noworski tischt uns eine fein gesponnene, temporeiche, mit einer eigenen Logik behaftete und lakonisch erzählte Prosa auf. Da wird viel und gleichzeitig nichts dem Zufall überlassen. Dieser Tage habe ich mit meinem mir besonders lieben Kollegen Peter Waterhouse über sein neues Buch ‚Die Auswandernden‘ gesprochen, in welchem er ein Bekenntnis zur Schönheit ablegt, das Vorgefundene in Fragen zu übersetzen. Ohne erschöpfende Antworten, wohlgemerkt, ohne auf Resultate aus zu sein. Besser lässt es sich nicht ausdrücken, was ich über Viktor Noworskis Text anmerken möchte.
Ach ja, 1940, habe ich inzwischen erfahren, sei der Autor geboren, und zwar ‚in an Reservat einer Langhaar-Etnie‘, richtig geraten, in Pennsylvania, ‚bekannt für Saiteninstrumenter shpün und singa. (…) Unser Ethno-Kuchl war aa launge Tseit bekannt, bevor der Christoforo Colombo is kumma. (…) Turistn oft haben uns a Göld gebm, um uns tsu fotografirn mit Federn am Kopf.‘ Sie werden vielleicht verstehen, dass ich in vielen Jahren Ohrenschmaus-Jurytätigkeit selten so gespannt war, einen Autor persönlich kennenzulernen.
Ich gratuliere herzlich und ziehe den Hut.

Auszug aus der Jurybegründung

„Der Text ‚A brenhassa Summa‘ ist (…) ein erstaunliches Stück Prosa: Viktor Noworski verwendet Dialekt, eine völlig eigenständige Schreibweise, eine dem Jiddischen entlehnte Satzstellung, englische und jiddische Wörter und Phrasen. (…)
Der schräge, eigentümlich dynamisch erzählte Inhalt ist ebenfalls außerordentlich (…). Der Autor / die Autorin erweist sich mit diesem Text als großes poetisches Talent.“ – Jurymitglied Ludwig Laher

Herbert SCHINKO

Herbert SchinkoDie Zeit

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Die Zeit

Es ist viertel nach 8.
Die Zeit bleibt nicht stehen.
Die Zeit muss man ganz fest halten.
Die Zeit muss man behalten.
Die Zeit muss man in die Herzen hinein tun, wenn ich Zeit habe.
Die Zeit kommt irgendwo anders hin.
Die Zeit habe ich in meinem Zimmer.
Die Zeit habe ich zum Baden.
Die Zeit brauche ich zum Arbeiten.
Die Zeit bleibt bei mir.

Auf der Uhrzeit ist es halb 9.
Die Zeit vergeht, weil die Uhr so schnell geht.
Die Zeit habe ich wenn ich aufstehe.
Die Zeit habe ich zum Fenster aufmachen.
Die Zeit habe ich zum Zähne putzen.
Die Zeit habe ich zum Frühstücken.
Die Zeit habe ich zum schreiben.
Die Zeit habe ich um Maria zu besuchen.
Die Zeit muss ich haben.

Die Zeit kommt immer öfter, weil die Zeit ist so wichtig, weil die Zeit nicht stehen bleibt.
Meine Uhrzeit stimmt gar nicht.
Im Wohnzimmer und im Zimmer stimmt die Uhrzeit nicht mehr.
Gestern habe ich an der Uhr gesehen, dass die Zeit nicht immer stimmt.
Die Zeit kommt immer zu uns.

Die Zeit kann man lesen auf der Uhr, das die Uhrzeit 10 Uhr ist.
Die Zeit habe ich, in die Werkstatt zu gehen und zu arbeiten.
Die Zeit gefällt mir ganz gut, weil die Zeit wird immer bei uns bleiben.
Wir haben die Zeit zum Schreiben.
Wir kommen jeden Freitag zum Schreiben, weil wir so viel Sachen schreiben, weil mir so viel wissen.
Die Zeit muss man fest halten.
Die wichtige Zeit kommt.
Die Zeit ist immer richtig, weil die Zeit stimmt vollkommen.

Ich muss mir die Zeit nehmen.
Ich will die Zeit schon nehmen.
Welche Zeit ist mir lieber?
Um halb 2 sind wir fertig, weil die schönste Zeit ist.
Weil die Zeit nicht stehen bleibt, die kommt immer her.
Die Zeit muss man nehmen.
Die Zeit muss man halten.
Die Zeit brauch ich zum üben.
Die Zeit rennt immer weiter.
Die Zeit muss nicht stehen bleiben.
Die Zeit muss nicht weg gehen.
Die Zeit soll da bleiben bei mir.

Kurzbiografie

Seine Schulzeit verbrachte er in St. Isidor und St. Pius. Seither arbeitet Herbert Schinko in den verschiedenen Werkstätten der Caritas für Menschen mit Behinderungen (CMB) in St. Pius. In den Arbeitsgruppen Montage und Verpackung ist er ein zuverlässiger, konzentrierter Mitarbeiter. Wichtig ist ihm ein gleichmäßiges Arbeitstempo und ohne Druck arbeiten zu können.

Die Hobbys von Herbert Schinko sind: reiten, Puzzle bauen (bis zu 3000 Teile), Tischtennis, Briefe schreiben und jonglieren. Er kann seine Freizeit einzuteilen und genießen. Seit 2002 nimmt er an dem jährlichen Workshop mit Künstlern in St. Pius teil. Er ist dort in der in der Literaturgruppe.

Seinen Alltag bewältigt er im Rahmen von St. Pius selbst bestimmt und selbstständig.

Laudatio

Laudatio für Herbert Schinko

Laudatio von Heinz Janisch für Herbert Schinko
© Teresa Novotny

von Heinz Janisch

„Das ist die Sehnsucht: Wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.“
So beginnt ein Gedicht von Rainer Maria Rilke.
Die Zeit – sie wird in vielen literarischen Texten zum Thema.
Aktuell im Roman „Cox oder Der Lauf der Zeit“ von Christoph Ransmayr. Im Roman wird ein englischer Uhrmacher vom Kaiser von China beauftragt, Uhren zu bauen, die es vermögen, die Zeiten des Glücks, der Kindheit und der Liebe zu messen. Der Kaiser möchte sogar auch eine Uhr zur Messung der Ewigkeit haben.
Würde man sich die „Ewigkeit“ als ein „immerwährendes Jetzt“ denken, wie manche Denker das tun, dann müsste so eine Uhr durchaus machbar sein- sie würde einfach das Jetzt messen. Und das neue Jetzt, und das Schon- Wieder-Jetzt, eine Jetzt- Ewigkeit, bestehend aus Sekunden.

Unser Umgang mit der Zeit – ob in der Literatur oder im Alltag – ist ein schwieriger.
„Wir haben Zeit“ sagen wir, dabei wissen wir, dass sie uns hat, und zwar fest im Griff. Sie packt uns am Genick, sie streicht uns über die Haare, manchmal tippt sie uns ganz leicht an die Schläfen.
Wir reden vom Zeit-Vertreiben , dabei sollten wir lieber schauen, dass sie bei uns bleibt, dass wir sie gut im Auge haben, die Zeit.
Bei den Einreichungen zum diesjährigen Ohrenschmaus-Literaturpreis war ein Manuskript mit der Nummer 70 dabei.
Die Jury weiß ja keine Namen von Autorinnen und Autoren, sie bekommt nur Texte mit einer Zahl.
Die Wirkung des Textes allein soll für sich sprechen.
Der Text mit der Nummer 70 trägt den Titel „DIE ZEIT“, geschrieben in großen Buchstaben, passend zu einem großen Thema…
Dieser Text wurde bei der Jurysitzung von einigen rasch genannt, als es darum ging, Texte vorzuschlagen, die einen erreicht haben, die einen berührt haben, die nachklingen.
„DIE ZEIT“ – das ist so ein Text, darauf haben wir uns alle geeinigt.
„Die Zeit muss man ganz fest halten“ heißt es da einmal im Text, aber wir alle wissen, wie schwer, wie unmöglich das ist.
„Die Zeit muss man in die Herzen hinein tun“ steht da als eine mögliche Lösung. So könnte es vielleicht gehen, mit der Zeit, dass man sie ins Herz hineintut, als schöne Erinnerung etwa, zum Beispiel an einen Besuch bei Maria, wie im Text zu erfahren ist.

Der Text „DIE ZEIT“ ist klar strukturiert.
Er beginnt mit einer Zeitangabe. “Es ist viertel nach 8.“
Später erfahren wir, dass es „halb neun“ geworden ist.
Die Uhr tickt voran, so wie das Nachdenken über die Zeit auch im Text rhythmisch weitergeht.
„Die Zeit vergeht“, „Die Zeit kommt“, „Die Zeit bleibt“, so beginnen viele Sätze, sie folgen dem Takt der Zeit, und dann plötzlich –mitten in diesen Rhythmus hinein – kommt es zu einem Bruch, zu einem Innehalten, zu einem Erstaunen:
„Meine Uhrzeit stimmt gar nicht.“
Das ist tröstlich, erschreckend, komisch und beruhigend zugleich, denn vielleicht folgt unser Erleben doch einem anderen Takt als dem der Uhr.
„Die Zeit ist immer richtig“, stellt der Autor später im Text klar.
Uhren hin oder her.
Auf Worte wie „Flut, Glück oder Gebet“ lässt sich der Ausdruck „Zeit“ im etymologischen Wörterbuch zurückführen.
Von all dem erzählt der Text „DIE ZEIT“, der so eindringlich dahinfließt.
Es ist ein Text, den man auch wie ein Gebet lesen kann, wie eine Beschwörung der Zeit – und des Glücks:
Die Zeit muss ich haben.“

An einer Stelle im Text steht: „Die wichtige Zeit kommt.“ Da spürt man beim Lesen beinahe so etwas wie ein innerliches Sich-Aufrichten, ein Sich-Schönmachen, man will ja bereit sein für die wichtige Zeit.
Aber dann – in der nächsten Sekunde- weiß man es plötzlich:
Die wichtige Zeit muss gar nicht erst kommen. Sie ist schon da, genau JETZT , und JETZT, und im neuen Jetzt und im Schon -Wieder-Jetzt.
Genau JETZT sind wir Teil dieser Jetzt-Ewigkeit…

Als uns am Ende der Jury-Sitzung die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger mitgeteilt wurden habe ich mich sehr gefreut.
Herbert Schinko hat den Text Nummer 70 verfasst, den Text über „DIE ZEIT.“
Herbert Schinko ist ein Autor, der seit vielen Jahren beim Ohrenschmaus-Literaturpreis mit dabei ist, er hat oft einen Ehrenpreis bekommen, seine Texte sind aufgefallen.
Ich möchte sogar behaupten, dass es einen eigenen Herbert-Schinko-Sound gibt, der seine Texte unverwechselbar macht.
Der Text Nr. 71 hat z.B. auch diesen Herbert-Schinko-Sound, da geht es um „Herzenssachen“. Da wird von Herzfreude, von Herzweh, von Herzliebe erzählt.
Und es gibt ein selbstgemachtes Herzbuch.
„Das ist meine Herzdecke für immer“ heißt es über dieses Buch.
Ich würde dem Autor Herbert Schinko wünschen, dass sich ein Verlag findet, der seine Texte in einem Buch versammelt, in einem Herzbuch, damit wir auch so eine Herzdecke haben, für immer.

Herbert Schinko, geboren 1982, lebt in einem Haus der Caritas in St. Pius in Steegen-Peuerbach in Oberösterreich und arbeitet dort in den Werkstätten mit, und zwar im Bereich Montage und Verpackung.
Er besucht regelmäßig die Künstler-Workshops, die angeboten werden und die Literaturgruppe im Haus, die von Theresia Klaffenböck geleitet wird. Es ist kein Zufall, dass im Vorjahr mit Silvia Hochmüller eine Autorin aus St. Pius ebenfalls einen Ohrenschmaus-Literaturpreis erhalten hat, damals mit einem berührenden Text über die Seele.
“Meine Seele läuft immer davon“ war da zu lesen. Und: „Ich hole sie mir zurück.“ Auch Silvia Hochmüller besucht die Literaturgruppe in St. Pius.
Ich möchte Theresia Klaffenböck und allen, die in Ihren Häusern Schreib-und Literaturgruppen leiten, von Herzen für Ihre großartige und wichtige Arbeit danken.
Ich denke, diese Schreibgruppen sind wichtig. Da entsteht etwas in einer Gruppe, in der man sich angenommen fühlt, in der man das Vertrauen hat, dass die eigenen Gedanken und Texte ernst genommen werden.
Da bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwas, das unbezahlbar ist – Ermutigung und Wertschätzung.
Ermutigung und Wertschätzung – beides soll ja auch durch den Ohrenschmaus-Literaturpreis geschehen.
Es geht bei diesem Literaturpreis – wie es Franz-Joseph Huainigg und Felix Mitterer immer wieder betonen- nicht um einen Mitleidsbonus, es geht schlicht und einfach um Literatur.

In diesem Sinne gratuliere ich dem Autor Herbert Schinko – im Namen der Jury – ganz herzlich – zum Ohrenschmaus -Literaturpreis 2016.

Auszug aus der Jurybegründung

„Ein Text, den man wie ein Gebet lesen kann, wie eine Beschwörung des Glücks: „Die Zeit muss ich haben.“ – Jurymitglied Heinz Janisch

Paul TEXT

Der Tisch

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Der Tisch

Der fliegende tisch fliegt immer wenn er dreckig ist wohin es gerade regnet.

Kurzbiografie

geb. am 28.4.1982 in Wien, aufgewachsen in Schwechat-Rannersdorf. Er erfindet gerne Texte, macht Videos und singt und redet auch gerne.
Er ist farbenblind und hat eine Seheinschränkung.

Viele seiner Texte & Videos sind auf Facebook / Forum Logos zu finden und er hat auch erfolgreich am Literaturwettbewerb „Ohrenschmaus“ teilgenommen.

Seine Texte wurden in der Athologie „Der unversehrte Geist“, die besten Forum Logos-Texte“ veröffentlicht. Dieses Buch ist im Buchhandel erhältlich und bei Wege Zum Wohnen in Pernitz. Außerdem gibt es handgemachte Bücher von ihm zu kaufen bei Wege zum Wohnen in Pernitz.

Laudatio

Laudatio für Paul Text von Franzobel
© Teresa Novotny

Laudatio für Paul Text
von Franzobel

Der Tisch von Paul Text
Der fliegende tisch fliegt immer wenn er dreckig ist wohin es gerade regnet

Poesie, meine sehr verehrten Damen und Herren, Poesie hat einmal ein kluger Mensch gemeint, nämlich der kürzlich verstorbene Dichter Paul Wühr, Poesie kommt aus dem Fehler. Wenn etwas zum Beispiel nicht missglückt, sondern mussglückt, tun sich Tore auf, die der konventionellen, rationalen Sichtweise sonst verschlossen sind. Insofern haben mich die eingereichten Texte des Ohrenschmaus-Wettbewerbs sehr interessiert – und auch nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ihre Poesie hat mich begeistert.

Ich habe nun die Ehre, den vielleicht kürzesten zu prämierenden Text des diesjährigen Ohrenschmaus-Wettbewerbes zu laudatieren. Genaugenommen handelt es sich bei diesem ausgezeichneten Text von Paul Text, so der nom de guerre des Autors, um einen einzigen, durch keine Satzzeichen entstellten Satz, der uns da auf den Jurorentisch geflattert ist.

Der Tisch, so der Titel des Textes, ist so schlicht wie eine polierte Holzplatte und dabei doch stabil genug, um die ganze Welt nicht nur zu tragen, sondern auch noch auf den Kopf zu stellen. Aber es ist kein schwerer Tisch, der mit allen vier Beinen im Boden steckt, sondern ein leichter, der fliegt und auch seine Leser einlädt, mit ihm abzuheben.
Paul Text, der mit seinem Künstlernamen andeutet, selbst festgeschrieben und zugleich frei zu sein wie die Sprache, Paul Text gelingt es mit diesem Tisch, uns für einen Moment entschweben zu lassen in eine märchenhafte irrationale Welt, in der die Tische fliegen, um uns gleich darauf zurückzuholen in die Welt der kausalen Zusammenhänge, wo man sich waschen muss, wenn man dreckig ist. Der Tisch ist ein wunderbarer kleiner und dabei doch hochphilosophischer Text, in dem das Wechselspiel zwischen Wirklichkeit und Poesie herrlich und ganz zwanglos mussglückt.

Ich gratuliere Paul Text sehr herzlich und hoffe, der süße Schoko-Preis ist geeignet, ein paar Tische anzupatzen, damit er wieder etwas hat, das er dann fliegen lassen kann.

Auszug aus der Jurybegründung

„Der Text von Paul Text lässt uns die Welt anders sehen. Er wischt mit Leichtigkeit und Witz die gewohnte Wahrnehmung vom Tisch, räumt auf mit alten Denkmustern, und zeigt uns so auf sehr einfache Weise etwas Neues, Reines: Poesie.“ – Jurymitglied Franzobel

Ehrenliste

Melanie CORN

Mein neuer Weg

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Mein neuer Weg

Vor drei Jahren war Papa vier Wochen weg und wir, Mama, Oma und ich, haben nicht gewusst, wo er ist. Eines Nachmittags hat er angerufen und hat gesagt, er käme wieder zurück.
Weihnachten ist er bei uns geblieben und hat dann Mama gefragt, ob er donnerstags und freitags irgendwo anders schlafen darf. Sie hat gesagt: „ Was soll das, das akzeptiere ich nicht“. Dann hat er gesagt: „ Gut, dann überlege ich mir was!“ Er ist gleich aus dem Zimmer
gegangen. Im Moment habe ich nicht gewusst, auf welcher Seite ich stehen soll. Zuerst habe ich mich wahnsinnig schlecht gefühlt, weil Mama so verärgert über Papa war. Er war vorher noch nie länger in der Nacht weg. Ich konnte mir diese Situation nicht vorstellen. Mama hat erst nichts gesagt. Ich habe Mama gefragt, was es heißt, über Nacht wegzubleiben. Sie hat gesagt, sie würde es mir nicht sagen. Dann war ich wieder still.

Von Mama habe ich erfahren, dass der Papa zu ihr gesagt hat, dass er sie nicht mehr liebt, sondern nur noch mag. Papa hat mich dann zu sich in das Wohnzimmer geholt und mir erklärt, dass er auszieht, weil er Mama nicht mehr liebt und dass er eine Freundin hätte. Aber mich würde er nach wie vor gern haben und lieben, aber Mama nicht mehr. Er hat dann nachher gesagt, das käme in den besten Familien vor und sie hätten sich aus einander gelebt. Und wenn ich Lust hätte, könnte ich ihn am Wochenende bei seiner Freundin besuchen kommen. Das war Anfang Jänner.

An Silvester haben wir alle noch zusammen Karten gespielt. Dort dachte ich, es sei alles wieder in Ordnung. Und jetzt bin ich aus allen Wolken geflogen. Ich bin traurig gsi, und böse auf den Papa, weil er gehen wollte und uns Schnall auf Fall einfach so allein lässt. Ich habe mir gedacht, wie stellt er sich das vor? Mama ist doch krank, sie kann doch nicht alleine in die Stadt gehen. Soll ich jetzt für alle kochen, Oma begleiten, Mama begleiten und auf mich selber schauen, auch noch. Ich musste erst mal selber überlegen, wie kriege ich das hin?

Und dann ist der Tag gekommen, an dem er dann wirklich ausgezogen ist. Es war ein Samstag, da war ich zuhause. Oma war krank, ich musste auf sie schauen. Am Anfang habe ich mich gut gefühlt und war stolz auf mich, weil ich so viel helfen konnte. Mama ist es von Woche zu Woche schlechter gegangen. Sie hat die gleiche Behinderung wie ich, Muskeldystrophie. Ihre Muskeln haben sich aufgelöst und sind zu Gewebe geworden und ihr Körper ist eingefallen. Auf einmal hat sie den Kopf nicht mehr heben können. Sie war sehr schwach, hilflos und irgendwie immer traurig. Sie hat sich an mir festgehalten. Ich war ihre Stütze.

Manchmal habe ich mich in die Enge getrieben gefühlt. Wenn ich es nicht mehr ausgehalten habe, bin ich in die Stube Fernsehen schauen gegangen. Von meinem Freund habe ich Unterstützung bekommen. Er hatmir auch an den Wochenenden mit Mama und Oma geholfen. Papa hat uns noch eingekauft.

Eigentlich wollte ich nichts mehr von ihm wissen. Aber dann habe ich mir gedacht, ich muss mich wieder mit ihm versöhnen. Ich wollte noch Kontakt zu ihm haben. Darum habe ich ihn angerufen und ihn gefragt, ob wir nochmal reden können. Wir haben dann daheim in der Küche miteinander geredet. Er hat sich darüber gefreut, dass ich mich bei ihm gemeldet habe. Es war gut für uns beide.

Drei Mal in der Woche ist dann der Krankenpflegeverein zu Mama und Oma gekommen, hat sie geduscht, verbunden und mit ihnen geredet. Zweimal in der Woche ist der Mohi gekommen, bügeln und putzen. Und Mamas Freundin war einmal in der Woche da. I hab mir zuerst denkt, jetzt muss ich alles übernehmen, was Papa für uns gemacht hat. Dann habe ich gemerkt, dass ich das nicht alles kann. Ums Essen habe ich mich am Wochenende gekümmert. Erst war es schwer, aber mit Anweisungen von Mama ist es gut gegangen.

Mama hatte dann die Idee mit der Caritas Wohngemeinschaft und ich sollte Mal in der WG Vinzenz schnuppern. Sie wollte, dass ich mir das mal anschaue und nicht gang fremd bin, wenn ich mal eine brauche.

Im ersten Moment habe ich mir gedacht, sie will mich abschieben und ich hab sie gefragt, ob sie mich nicht mehr daheim haben will. Aber sie hat gesagt, nein, das ist nicht so. Sie hat gesagt, ich soll das mal auf mich zukommen lassen und mal ummi gehen. Erst hab ich immer gemault, doch dann hat sie einfach einen Termin für mich ausgemacht und mir gesagt, wann ich kommen kann. Ich habe gesagt: „ Ich geh nicht!“ Sie hat gesagt, sie sitzt am längeren Hebel als ich und schließlich habe ich zweimal geschnuppert. Es war interessant, entspannend und jedes Mal schön. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt, als es war.

Eine Zeitlang bin ich dann noch daheim gsi. Papa hat mich dann gefragt, ob ich nicht zu ihm ziehen will. Das habe ich Monika, meiner Betreuerin im Sprungbrett erzählt. Sie hat
mir geraten, in eine Wohngemeinschaft zu gehen, sonst würde ich mich bei Papa eingewöhnen und müsste mich dann wieder für die WG umgewöhnen, wenn es nicht klappt. Sie hat gesagt, ich soll mir überlegen, ob ich in die WG Vinzenz oder in die WG Lea gehen will. Denn in der Lea seien die Bewohner jünger und in meinem Alter. Sie hat mir geraten mir das mal anzuschauen und dort zwei Wochen zu schnuppern. Mama, Oma
und ich haben dann mit dem Case Manager der Caritas gesprochen und jedes Mal, wenn ich den Stellenleiter von der WG auf der Straße getroffen habe, hat er mich gefragt, wann ich mal zu ihnen schnuppern komme.

Anfang August war ich mit Papa dort und habe mir alles genau angeschaut. Wir kommen gut miteinander aus und haben täglich Kontakt.

Und dann, am dreißigsten August 2015 war es soweit. Ich wollte für zwei Wochen in der Wohngemeinschaft einziehen und schnuppern. Nach zwei Tagen hat es mir so gut gefallen, dass ich nicht mehr weg wollte. Mein Entschluss stand fest. Ich wollte sofort bleiben, denn ich war hier gelöst und einfach zufrieden. Ich hab mich hier unter den jungen Leuten wohl
gefühlt. Die BetreuerInnen waren jung und die BewohnerInnen warengleich mit mir verbunden. Sie haben mich gut aufgenommen. Ich habe die BewohnerInnen schon länger gekannt. Sie waren in meinem Alter und wir haben uns gleich gut verstanden.
Papa war über meinen Entschluss begeistert. Mama hat sich im ersten Moment gesträubt. Sie hatte Angst, dass sie mich verliert und wollte, dass ich jedes Wochenende nachhause komme. Das habe ich dann auch gemacht. Zuhause bei Mama und Oma lebte mittlerweile eine 24StundenHelferin. Sie schaute gut auf die beiden und ich durfte nichts mehr tun.

Das war ganz komisch für mich. Erst habe ich die letzten Monate alles gemacht und jetzt plötzlich nichts mehr. Ich habe nur noch rumgesessen und blöd in die Luft geschaut. Ich habe mich leer gefühlt und habe mir ab und zu selber einen Kaffee gekocht. Das durfte ich noch. Mama hat viele Ängste gehabt und dachte, ich fühle mich in der WG nicht wirklich wohl.

Oma hat auch immer gesagt, bleib da. Ich habe ihnen dann einfach klar gesagt: „Ich wohne jetzt nicht mehr hier zuhause, ich wohne jetzt fix in der WG Lea!“ Und dann bin ich eine viertel Stunde später in die WG gegangen.

Christine, sie kannte ich schon vom Boccia, ist dort gleich meine beste Freundin geworden. Sie war begeistert und hat sich sehr gefreut, als ich in der WG eingezogen bin. Mittlerweile sind wir richtig eng befreundet und geben uns gegenseitig Halt. Sie vertraut mir ihre Probleme und Sorgen an und ich ihr auch meine.
Oma wohnt jetzt im Pflegeheim und ich gehe sie oft besuchen. Mama ist schon im September 2015 plötzlich gestorben. Ich hatte es schon geahnt, weil sie nicht mehr so gut beieinander war und ihre Kräfte sie verlassen haben. Wir haben vorher auch noch öfters miteinander über die WG geredet. Sie hat sich nachher dann doch noch darüber gefreut,
dass ich mich so schnell eingelebt habe und konnte mich dann loslassen. Ich bin selbstbewusster und selbständiger geworden und rede viel mehr, als früher, denn in der WG Lea ist immer was los.

Als Mama gestorben ist, hat mir die WG Halt gegeben. Aber dort konnte ich mich nicht von Mama verabschieden, das konnte ich nur daheim in unserer Wohnung. In unserer Wohnung habe ich mich wohl gefühlt und Mama auf irgendeine Art gespürt, obwohl sie gestorben war.

Aber jetzt ist unsere alte Wohnung leer und fast unheimlich und die WG ist mein neues Zuhause, mein Daheim. Und vielleicht schaffe ich es sogar, dass ich in zwei, drei Jahren alleine in einer Wohnung leben kann.

Klaus WILLNER

Klaus WillnerAutofohrn

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Autofohrn

Heut fohrns mit de Autos
ah jrder will eins hob n
der eine des der andre dos
sie setzen sich rein rassen dahin
aufeinmal kracht s
und Auto is hin

Jetzt fongen s an streiten haun
sich Schödedel n fost ein
du Dodel du blöder des Aauto wor neu
des konnst jetzt brenen des sog i dir glei

Noch stunden eimal wird s
erna s blöd vertrang wir uns wieder i wollt
jo des net wir san gsund und gut beinand
schlissa ma Frieden und geben uns Hand.

Hakan ALKIS

Kopf- denken

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Kopf- denken

Mama-gut-ich helfe Mama-Mama lieben-Mama und Papa einkaufen
Papa- schaffen-Firma Ford-Autos kaputt-flicken
Autos -fahren im Kreisle durch die Stadt
Stadt-Bludenz-heute Markt-ist zugesperrt
Markt-Essen holen-Brot-Käse-Butter-Bananen und Äpfel
Apfel-gebärden
Gebärden-lachen-Freude
Freude-Sybille-gut Glasmalen-ich auch und Tischset
Ich-bin Hakan
Hakan-puh, ich muss mich rasieren-ich will gut ausschauen
Gut-putzen, staubsaugen, Bilder malen-ist schön
Bilder- viele Fotos schauen -von Hakan und kleiner Michael
Klein- der Saurier ist groß-der Frosch ist klein
Frosch –den male ich in den Farben grün und rot
Farben – sind grün, rot, gelb, blau, schwarz, orange und braun
Rot-heißt Stop, grün heißt gehen
Stop-ich esse kein Schweinefleisch
Fleisch-Putenfleisch und Fisch, Reis und Salat, Suppe und Wasser trinken
Wasser-ist nass- im Wasser ist ein Frosch, viele Fische und Schildkröten sind da
Schildkröten-viele Muster
Muster-ich male schöne Muster-mit Farben-Künstler
Künstler-ich bin Künstler- ich bin Hakan Alkis.

Kevin NEUBAUER

Die Kunst des Handwerks

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Die Kunst des Handwerks

bauen
schleifen
streichen
lackieren
schrauben
bohren

daraus
großartiges
teelichthalter
schlüsselbretter
regale
alles geplant
ganz genau

dafür
viel zeit
viele überlegungen
genaues arbeiten
hochwertige lacke
edles holz

das ist
entspannung
mein ausgleich
meine welt

das ist
die kunst des handwerks.

Kurzbiografie

Geboren am 16.11.1992 in Graz, wohnhaft in Kalsdorf bei Graz,
arbeitet seit 2012 in der Medienwerkstatt der Lebenshilfen Soziale Dienste GmbH in Lieboch.
Teilnehmer am Literaturwettbewerb „Ohrenschmaus“ 2014.
Gewinner eines Ehrenpreises beim Literaturwettbewerb „Ohrenschmaus“ 2016. Teilnehmer an vielen weiteren Literaturwettbewerben im In- und Ausland. Veröffentlichung von Prosa in „Lichtungen“ 2014 und von Lyrik in „Lichtungen“ 2016. Veröffentlichung von Lyrik in „Schmetterlinge fliegen auch bei Nacht“ (Gedichtband der Medienwerkstatt der Lebenshilfe Lieboch).
Nächste Veröffentlichung eines Werkes mit Lyrik in Kombination mit Malerei geplant für Frühjahr 2017.

Anna TRAUNIG

DIE TRÄUMERIN IN MIR

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DIE TRÄUMERIN IN MIR

Ich bin anders und doch nicht,
denn gleicht mein Körper auch einem Turm,
der den Verfall nah steht in Wind und Sturm,
sodass du glaubst, er hält nicht stand,
so sei dieser Gedanke schnell verbannt.

Manchmal bin ich zwar ganz still,
doch auch ich träume und weiß was ich will.

Ich lasse meine Träume fliegen,
weit bis in die Wolken hinauf,
vom Turm aus seh ich sie ziehen und weiß,
ich gebe niemals auf.

Ist manchmal ein Ziel nicht zu erreichen
und liegen Steine im Weg von Schwere ohne gleichen,
so lasse ich sie nicht gewähren,
denn nichts und niemand soll mich stören.

Ich bedarf der selben Dinge,
habe auch Sehnsucht wie du,
liege manchmal nachts in Träumen,
schließe nicht ein Auge zu.
Und kommt sie eines Nachts zu mir,
schlaf ich unruhig neben ihr,
genau wie du träume ich mich in Welten die es nicht gibt.
Es sind Märchenwelten, davon schreibe ich nicht selten.

Bin manchmal ein verliebtes Mädchen,
manchmal auch die Hexe dort,
reite mal auf einem Schimmel
und mal auf dem Besen fort.

Peter GSTÖTTMAIER

Peter GstöttmaierGedichtsammlung

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Gedichtsammlung

Monchmol

monchmol is net leicht
muaß ih mih zomreißn
dass ih olllas schoff
trotzdem
dös Beste für mih ist
söbstständi

Zeit fliagt

Zeit fliagt schon wieda
jedn Tog fliagt a Tog weg
bis Joahr gor ist
und ih fliag mit

Angst

Angst mogi net
kimmt daher
ziagt di eini
tuat weh

is a Zustond
wirst alloni net fertig
bist in da Welln
loßt di nimma aus

Mama sorgt si

Mama sorgt si um mih
imma sorgt si Mama
bis die Augn zuamocht

bleib

bleib do
konnst eh bleibm
bleib bei mir
is eh plotz

Frauen

wooaßt eh

wie Frauen sand
leicht
locka
schäkan
ollweu trabbi

sie locht

sie locht mih on
ollweu wonn ih sie siach
locht sie mih on
ih loch zruck

Wos moanst du

de schworze Toschn ?
de braune ?
a göbi is a do
ih glaub, ih nimm de göbi
wos moanst du ?

mia wurscht
muaßt du wissn
nimm de göbi
paßt zu de Schua

… erzählt von seiner unerhofft, traumhaften Begegnung im Wartezimmer seines Arztes:

A so a schene Bluman

schworzi Hoor
blaui Augn
kloani Nosn
kloana Mund
TRAUM
is von St.Oswald
oarbat beim Tierorzt
homa großi Gaudi ghobt
hätti wolln Zeit bleibt steh
wor a schena Tog
worn so fröhli
sovü glocht homa
Doktarin hots erlaubt
hobi wirkli a Freud ghobt
so schene Bluman mi onplaudert
ih hob denkt sie suacht an Partner
bin zuruck kemma in die Werkstott
wie a Fedan so leicht
olli hobm gsogt
wos ist den los mit dir ?

Zum Schluß hob ih ihr die Hond gebm
und hob gsogt „pfiati“

Herwig HACK

Das ist ein Raummonster

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Das ist ein Raummonster.
Das ist schwarzer Ruß.
Es geht in den Raum rein und macht alles schmutzig.
Es spuckt Feuer aus.
Es ist Hexenmeister und verbrennt alle Bücher, weil er alles weiß.

Es kommt nach Hause.
Plötzlich denkt es sich, was ist da passiert?
Ah, das Raummonster war da.
Es ist der Gegner von ihm.
Es ruft dessen Namen aus, der ein Geheimnis bleibt.

Das Raummonster heißt „Totlachen“.
Plötzlich rutscht es aus und bricht sich das Genick.
Totlachen war tot.
Es wurde Kohle.
Jetzt ist es ein Bleistift.

Elisabeth STACHL

Meine Seele wäre blass in mir

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Ich glaube ich bin auf der Reise.
Gute Idee
Heimatreise, ist ja so.
Ich sehe meine Familie.
Ich hatte solche Sehnsucht.
Jetzt sind wir daheim.

Meine Heimat ist mein Dorf.
Das Dorf ist so groß.
Alle Menschen freuen sich, dass ich wieder Zuhause bin.
Sie fragen mich: „Wo kommst denn du her?“ „Was machst du?“
Ich sag‘ dann: „Ich mache Wochenende bei meiner Mama.“
Alle kaufen zu Mittagessen ein.
Ich liebe meine Heimat.
Da gehe ich hin.
Ich will euch, das ist mein Platz.
Da bin ich aufgewachsen.

Ich bin in meiner Heimat auf Besuch.
Meine Brüder, sie machen mir Kaffee und Kuchen.
Das ist eine gute Idee.
Ich liebe meine Neffen und Nichten.

Oh du Heimat, du kannst mich nicht im Stich lassen.
Niemals!
Ich werde kämpfen, ich werde meine Heimat retten,
meine Freiheit und meine Kraftseele im Herzen.
Ich gebe dich nicht auf, nicht wieder her.
Oh meine Berge, sagt mir nie Leb‘ wohl.
Meine Seele wäre blass in mir.

 


 

Lesen Sie alle Texte des Jahres 2015

Nummer
d. Textes
NachnameVornameTitel des Textes 
1RobnigClaudiaSelbst gedacht - selbst gemachtzum Text
2CornMelanieMein neuer Wegzum Text
3TextPauldas lebenzum Text
4TextPaulDer Tischzum Text
5TextPaulDer verzauberte Bauerzum Text
6TextPaulFranz im Pechzum Text
7TextPaulMerlin und Miemzum Text
8DolischkaElisabethDer größte Wunsch auf der Weltzum Text
9WindholzAnntheaDie Drachenköniginzum Text
10WindholzAnntheaDie Zwillings Schwestern oder Die Liebe siegt immerzum Text
11WillnerKlausAutofohrnzum Text
12WillnerKlausEin Traumzum Text
13WillnerKlausEin Briefzum Text
14WillnerKlausMein Österreichzum Text
15AlkisHakanKopf-denkenzum Text
16LazarusAntonHand in Handzum Text
17RobnigClaudiaSteiermarkzum Text
18WeilandMichaelaMein Schmetterlingzum Text
19ReichelmayerPeterMein eigenes Sikugeschäftzum Text
20KußbergerJohannaKurz von meinem Lebenzum Text
21MykysaGabrielMein Urlaub in Kroatien 2015zum Text
22NeubauerKevinDie Kunst des Handwerkszum Text
23GraflSybilleSie hat sich richtig entschieden oder wir haben es zusammen geschafft!zum Text
24SeisenbacherJosef ReinhardErfroren!zum Text
25SeisenbacherJosef ReinhardDie Sonne scheint hell!zum Text
26SeisenbacherJosef ReinhardDas weiße Klavierzum Text
27SeisenbacherJosef ReinhardLiebe I!zum Text
28SeisenbacherJosef ReinhardBewegen!zum Text
29SeisenbacherJosef ReinhardMorgenrot!zum Text
30SeisenbacherJosef ReinhardDer Schreiber!zum Text
31SeisenbacherJosef ReinhardDer Sommer!zum Text
32SeisenbacherJosef ReinhardLiebe II!zum Text
33SeisenbacherJosef ReinhardDie Sonne!zum Text
34SeisenbacherJosef ReinhardAuf zu neuen Wegen!zum Text
35MarekDavid SylvesterTerrassenpassagenwildniswanderungenzum Text
36BlitzsteinAntonTextesammlungzum Text
37JüttnerRobertEs war eine schöne Zeit mit meiner Mutterzum Text
38KarglChristianDer Wege zum Wohnen Psychatrie Lebens Fightclubzum Text
39KarglChristiandie nachspielung von jesus auf meine artzum Text
40KarglChristianeine episode aus kakus lebenzum Text
41KarglChristianKampfclubzum Text
42KarglChristianSexzum Text
43Pohl
Fuchs
Schuller
Carmen
Sabrina
Benjamin
Das Einhorn in Gefahrzum Text
44RaunjakKarl HubertSelbst gemacht - selbst gedachtzum Text
45ObkircherOskarRomeo und Julietta – Meine ganz
persönliche Fassung
zum Text
46KautnikMartinliebeskaoszum Text
47KautnikMartinMeine drei besten Freundezum Text
48KautnikMartinZwei Freundinen und die Rache am
gemeinsamen Ex
zum Text
49KautnikMartinLiebe unbekannte Bahrfrauzum Text
50KautnikMartinUngeheure Lügen eines ehemaligen Kumpelszum Text
51SchantlFranziskusSpecial Olympics Österreichzum Text
52TrzckaMichaelaWenn die Natur sprechen könntezum Text
53KupferschmidtWaltraudLiebe Kinder!zum Text
54BinderHannesDer seltsame Besuchzum Text
55SeiberlRenateÜbern Urlaubzum Text
56TraunigAnnaDie Träumerin in mirzum Text
57EderRobertIch schreibe über Fußballzum Text
58NoworskiViktorA brennhassa Summazum Text
59PfingstlBernhardDer Jungezum Text
60PfingstlBernhardEin Mädchenzum Text
61BrennerKarinAlltagsgeschichtenzum Text
62BrennerKarinDas Wetterzum Text
63BrennerKarinerinerungzum Text
64StabenowPeterOldtimerfahrt nach Burgundzum Text
65GstöttmaierPeterGedichtsammlungzum Text
66GstöttmaierPeterA so a schene Blumanzum Text
67BertholdManuelaLeben - mein Lebenzum Text
68SchinkoHerbertDas Radiozum Text
69SchinkoHerbertDie Schwänezum Text
70SchinkoHerbertDie Zeitzum Text
71SchinkoHerbertHerzenssachenzum Text
72SchinkoHerbertWellenzum Text
73WilhelmMichaelDas Phantasielandzum Text
74WilhelmMichaelDie Nachtzum Text
75WilhelmMichaelLiebezum Text
76WilhelmMichaelPolitikzum Text
77WilhelmMichaelÖsterreichzum Text
78HochmüllerSilviaHerzenssachenzum Text
79HochmüllerSilviaLiebezum Text
80HochmüllerSilviaIch habe noch nie die Welt gesehenzum Text
81HochmüllerSilviaHüllezum Text
82HochmüllerSilviaDas Herzzum Text
83SchlosserEvelineEin Frühlingsgedichtzum Text
84SchlosserEvelineHeimat und Fremdezum Text
85SchlosserEvelineSchöner Sommerzum Text
86BirnstinglEvaDie Kürbisfamiliezum Text
87BirnstinglEvaSchmuckkörbchenzum Text
88BirnstinglEvaZwei Bilderzum Text
89FormayerDavidEin guter Ortzum Text
90FormayerDavidEin Sommertraumzum Text
91FormayerDavidEntspannungzum Text
92FormayerDavidInnerer Zwiespaltzum Text
93FormayerDavidTräume zum Urlaubzum Text
94WaldbauerAlexanderMein Urlaub in Bayernzum Text
95TapplerJohannaBlumenzauberzum Text
96TapplerJohannaDer Sterntänzerzum Text
97TapplerJohannaDie schrägen Sinnezum Text
98TapplerJohannaEin schöner Sommertagzum Text
99TapplerJohannaKleiner Tierkrimizum Text
100AichwalderAlexanderDer Bauer, der die Liebe seines Lebens fandzum Text
101HohnenBirgitDas Hinderniszum Text
102SchlosserEvelineLiebe zur Zeitzum Text
103BaldingerMichaelDer Prostituiertenmordzum Text
104GrünVeronikaDer Erlkönigzum Text
105Grün VeronikaGrenzenloszum Text
106HackHerwigFeuerliebezum Text
107HackHerwigOhrenschmauszum Text
108HackHerwigVulkan der Liebezum Text
109HackHerwigSchneesturmzum Text
110MannStefanDer Seerosenteichzum Text
111MannStefanMundzum Text
112MannStefanNacktheit und der eigene Körperzum Text
113MannStefanOhrenschmaus ist ein Teil von meinem Lebenzum Text
114MannStefanWo der Clown schläft?zum Text
115OberhuberRuthDie Verwandlungzum Text
116OberhuberRuthNebelzum Text
117OberhuberRuthUnheimlichzum Text
118OberhuberRuthWo darf ich hin?zum Text
119StachlElisabethDer Wasserfallzum Text
120StachlElisabethMeine Seele wäre blass in mirzum Text
121StachlElisabethWeihnachtenzum Text
122GruberGertraudFahrkartezum Text
123GruberGertraudHeimatloszum Text
124GruberGertraudSchmetterlingzum Text
125GruberGertraudZaun, Zäune, Zaunkönigzum Text
126GruberGertraudSeerosenteichzum Text
127KastnerHerbertClinic Clowns im Krankenhauszum Text
128KastnerHerbertLiebezum Text
129KastnerHerbertNacktheit und Verborgenheitzum Text
130KastnerHerbertOhrenschmetterlingzum Text
131KastnerHerbertUmweltverschmutzungzum Text
132KoxederBrigitteDer Seerosenteichzum Text
133KoxederBrigitteGrenzenloszum Text
134KoxederBrigitteMein nackter Körper in der Badewanne beim Haare Waschenzum Text
135KoxederBrigitteSchmetterling im Frühlingzum Text
136HetzendorferTobiasEin Blick genügt!zum Text
137HetzendorferTobiasFreudezum Text
138HetzendorferTobiasSchlagersängerinzum Text
139GindlerMichaelBatman und Supermanzum Text
140GindlerMichaelKopfgeldjägerzum Text
141GindlerMichaelTexas Rangerzum Text
142ScheidlJürgenEin Fußball und ichzum Text
143ScheidlJürgenDie Operationzum Text
144ScheidlJürgenShortyzum Text
145LannerAlfredWenn ich gehe, folgen die anderen ihm auch!zum Text
146LannerAlfredAls die Sonne endlich aufgingzum Text
147LannerAlfredBesser!zum Text
148LannerAlfredDie Musik!zum Text
149LannerAlfredStille Gedanken!zum Text
150KollerMelanieIch möchte einen Kontakt habenzum Text
151KollerMelanieMein Erlebniszum Text
152HendlChristinaIhr Traum ist wahr gewordenzum Text
153HendlChristinaParis, die Stadt der Liebezum Text
154GrätzlMartinDie getroffene Wahlzum Text